Ev. ref. Kirchengemeinden
Immenhausen und Mariendorf

Bei der Verabschiedung im Gottesdienst.
von links: Kreiskantor Dirk Wischerhoff, Kirchenvorsteherin Birgitt Neukirch, Gertraud und Walther Frederking,
Pfarrer Reinhard Runzheimer
Die Kleine Kantorei trat am 19. Juni 2011 zum letzten Mal unter der Leitung von Walther Frederking in einem Gottesdienst auf. Anlässlich der Goldenen Konfirmation sang der Chor der Kirchengemeinde festliche Musik aus verschiedenen Kontinenten und Jahrhunderten. Einmal mehr präsentierte die Kleine Kantorei dabei die Bandbreite ihres musikalischen Repertoires. Diese verdankt sie im Wesentlichen ihrem Chorleiter Walther Frederking, der in fast zwei Jahrzehnten für die musikalische Ausrichtung und das hohe Profil des Chores verantwortlich war.
Wie er selber sagte, hätte er das 20. Chorleiterjubiläum schon noch gerne gefeiert. Aber nicht immer geht es nach unseren Wünschen. So musste Frederking vor einigen Monaten einsehen, dass er dem Stress des Übungsbetriebes und der Vorbereitung auf Konzerte und Gottesdienste aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so nachkommen konnte, wie er selbst das für richtig hielt. Und so teilte er seinen Sängerinnen und Sängern sowie der Kirchengemeinde eine Entscheidung mit, die ihm selbst wohl am schwersten gefallen war: das Amt der Chorleitung aufzugeben.
Im Gottesdienst erinnerte der Kreiskantor Dirk Wischerhoff an die vielfältigen Stationen des Chorlebens seit dem 15. Januar 1992, als Frederking die Leitung übernahm. Besonders die Beziehungen zum Partnerchor Wosroshdenje (Jaroslawl, Russland) und die vielen Begegnungen, die sich daraus ergaben, sind unvergessen – und sie haben auch ihren Niederschlag im Gemeindeleben gefunden: in Konzerten, in schönen Feiern im Gemeindezentrum und vor allem bei den vielen Familien, die sich bereit fanden, Gäste aus der Fremde zu beherbergen.
Die Zeit Frederkings ist geprägt von vielen schönen Konzerten in der ev. Stadtkirche, vor allem aber auch von vielen Gottesdiensten, in denen die Kleine Kantorei durch ihre Musik einen besonderen Akzent setzte. Besonders erwähnen möchte ich hier die Gottesdienste am Buß- und Bettag und am zweiten Weihnachtsfeiertag, die ohne die Chormitwirkung ganz undenkbar scheinen. Die Anfänge der Osternacht seien genannt und schließlich auch die Konfirmationsgottesdienste. Hier war immer klar, dass die Kleine Kantorei bereit stand, falls über die Elternschaft kein anderer Chor angesprochen wurde.
Es sind solche Verlässlichkeiten und Konstanten im Jahreslauf, für die Herrn Frederkings Arbeit mit dem Chor in besonderer Weise stand. Insofern wird er nicht nur den Sängerinnen und Sängern, sondern auch der Gemeinde als ganzer und hier insbesondere den Pfarrern fehlen.
Im Namen der Kirchengemeinde dankten Birgitt Neukirch und Pfarrer Runzheimer dem Ehepaar Frederking für das, was sie geleistet haben. Frau Frederking gab &ndash: stellvertretend für ihren Mann – diesen Dank zurück und erinnerte daran, wie gut sich beide in der Gemeinde und im Chor aufgenommen erlebten und wie viele schöne Momente sich aus dieser Beziehung für beide ergeben hätten. Nicht zuletzt gebührt auch seiner Ehefrau ein großes Dankeschön, denn sie stand ihrem Mann immer zur Seite, ermutigte und förderte, wo sie nur konnte. Auf diese Weise hat sie auch persönlich dazu beigetragen, dass die Chorarbeit in Immenhausen so viele schöne Erfolge feiern konnte.
Wir bedauern sehr, dass damit nun eine Ära zu Ende gegangen ist. Aber so ist es nun mal im Leben, und manchmal zeugt es ja auch von Größe, wenn man in der Lage ist, diesen Schritt ganz bewusst selbst zu vollziehen. Die Gemeinde, der Chor und die Mitarbeiter inklusive der Pfarrer werden dem Ehepaar Frederking verbunden bleiben – und auch die Frederkings werden wohl gerne hierher zurückkehren. Auch an dieser Stelle drücken wir noch einmal unseren Dank aus, und wir wünschen beiden alles Gute und vor allem Gottes Segen.
Die Kleine Kantorei ist nun erst einmal ohne Chorleiter. Da viele geäußert haben, gerne weiter machen zu wollen, bemühen wir uns um eine Nachfolge.
Im Namen der Kirchengemeinde Pfr. Reinhard Runzheimer